Objekt allgemein
Abgefragt bei: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Eigentumswohnung, Reihen-/Doppelhaus
Die Grunddaten des Gebäudes. Sie entscheiden noch vor jedem Detail, mit welchen Kosten, Pflichten und Steuervorteilen Sie rechnen können – und sie lassen sich meist schon vor der Besichtigung aus Exposé und Energieausweis klären.
Baujahr Einfachauswahl
Das Baujahr ist nicht nur für die Abschreibung (AfA) wichtig – Gebäude mit Baujahr vor 1925 werden mit 2,5 % pro Jahr abgeschrieben, ab 1925 mit 2 %, Neubauten mit Fertigstellung ab 2023 mit 3 %. Es lässt auch Rückschlüsse auf Bauweise, Materialien und Substanz zu.
Grob gilt: Gründerzeit-Altbauten (vor 1925) sind oft massiv gebaut und gefragt, haben aber Holzbalkendecken, alte Leitungen und selten Dämmung. Nachkriegsbauten (1941–1960) sind die kritischste Epoche: Materialmangel, dünne Wände, schlechter Schall- und Wärmeschutz. 1961–1975 kommen Beton und Fertigteile, aber auch Schadstoffe wie Asbest. Ab der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 und besonders ab Mitte der 1990er (WSchV 1995, ab 2002 EnEV) entspricht die Gebäudehülle oft noch einem brauchbaren Standard. Nach 2015 gebaute Objekte erfüllen weitgehend die heutigen energetischen Anforderungen.
Antwortoptionen und Bewertung:
- Vor 1925 mittel
- 1925 – 1940 mittel
- 1941 – 1960 mittel
- 1961 – 1975 mittel
- 1976 – 1995 gut
- 1996 – 2015 gut
- Nach 2015 sehr gut
Worauf Sie achten sollten: Fragen Sie nach dem Baujahr und den Jahren der letzten Modernisierungen (Dach, Fenster, Heizung, Leitungen). Ein saniertes Haus von 1955 kann besser dastehen als ein unsaniertes von 1980 – das Baujahr ist der Ausgangspunkt, nicht das Urteil.
Haustyp (Bauweise) Einfachauswahl
Die Bauweise bestimmt Lebensdauer, Instandhaltungsaufwand, Schallschutz und die Finanzierbarkeit. Massivbau („Stein auf Stein“) gilt als langlebig und wertstabil; Banken beleihen ihn ohne Abschläge. Betonbauten (z. B. Plattenbau, Fertigteilbau) sind solide, aber oft mit Wärmebrücken und schwierigeren Grundrissänderungen.
Holz- und Fachwerkhäuser sind nicht schlecht, aber anspruchsvoller: Feuchte, Schädlinge und Brandschutz müssen stimmen, Fachwerk steht oft unter Denkmalschutz, und manche Banken bewerten die Restnutzungsdauer kürzer.
Antwortoptionen und Bewertung:
- Holzhaus mittel
- Fachwerkhaus mittel
- Betongebäude gut
- Stein auf Stein sehr gut
- Sonstiger mittel
Worauf Sie achten sollten: Bei Fachwerk oder Holz einen Sachverständigen für Holzschutz mitnehmen und den Denkmalstatus klären – Denkmal bedeutet Auflagen, aber auch erhöhte Abschreibung (§ 7i EStG) auf Sanierungskosten.
Energieeffizienz (Energieausweis) Einfachauswahl
Die Effizienzklasse aus dem Energieausweis ist für Vermieter längst keine Formalie mehr. Sie bestimmt die Heizkosten Ihrer Mieter – und damit, wie viel Kaltmiete der Markt hergibt. Seit 2023 entscheidet sie außerdem über die Aufteilung der CO₂-Kosten: Je schlechter das Gebäude, desto größer Ihr Anteil (bis zu 95 % bei sehr schlechten Gebäuden).
Klassen F bis H signalisieren Sanierungsbedarf an Dämmung, Fenstern oder Heizung. Rechnen Sie damit, dass sich das im Kaufpreis widerspiegeln muss – und dass Banken und Käufer energetisch schlechte Objekte zunehmend mit Abschlägen bewerten.
Antwortoptionen und Bewertung:
- A+ (Passivhaus-Standard) sehr gut
- A (Niedrigenergiehaus) sehr gut
- B (sehr gut gedämmt) gut
- C (gut gedämmt) gut
- D (durchschnittlich) mittel
- E (akzeptabel) mittel
- F (sanierungsbedürftig) schwach
- G (energetisch schlecht) schwach
- H (unsaniert / sehr schlecht) schwach
Worauf Sie achten sollten: Lassen Sie sich den Energieausweis vor der Besichtigung schicken (Pflicht für den Verkäufer). Achten Sie darauf, ob es ein Bedarfs- oder Verbrauchsausweis ist: Der Verbrauchsausweis hängt vom Heizverhalten der Bewohner ab und kann ein Gebäude schönrechnen.
Parkmöglichkeit Einfachauswahl
In Städten mit Parkdruck ist ein eigener Stellplatz ein echtes Vermietungsargument und lässt sich oft separat vermieten (in Großstädten 50–150 € pro Monat). Auf dem Land wird er schlicht erwartet. Eine Garage schützt zusätzlich und dient als Stauraum.
Achten Sie bei Eigentumswohnungen darauf, ob der Stellplatz Sondereigentum (eigenes Grundbuchblatt, separat verkäuflich) oder nur ein Sondernutzungsrecht ist.
Antwortoptionen und Bewertung:
- Parksituation schwierig schwach
- Parken auf der Straße möglich schwach
- Eigener Stellplatz mittel
- Carport gut
- Garage sehr gut
- Garage für 2 und mehr Fahrzeuge sehr gut
Worauf Sie achten sollten: Stellplatz im Kaufvertrag eindeutig bezeichnen lassen und prüfen, ob eine E-Ladestation nachrüstbar ist – Mieter fragen zunehmend danach.
Ausstattung des Objekts Mehrfachauswahl
Extras, die die Vermietbarkeit verbessern. Den größten Hebel hat der Fahrstuhl: Er macht obere Etagen auch für ältere Mieter interessant – kostet aber Wartung (umlagefähig) und irgendwann Modernisierung (nicht umlagefähig, in der WEG über Rücklage oder Sonderumlage).
Ein nutzbarer Garten und ein Hauswirtschaftsraum sind bei Familien gefragt. Pool, Sauna und Kamin wirken attraktiv, verursachen aber laufende Kosten und Haftungsfragen – für die Miethöhe bringen sie meist weniger, als sie kosten.
Optionen (jede angekreuzte zählt):
- Fahrstuhl sehr gut
- Nutzbarer Garten gut
- Hauswirtschaftsraum gut
- Pool mittel
- Sauna mittel
- Kamin mittel
- Gartenhaus/Schuppen mittel
- Keine schwach
Worauf Sie achten sollten: Klären Sie, wer welche Ausstattung pflegt und ob die Kosten (z. B. Gartenpflege, Aufzugswartung) im Mietvertrag als Betriebskosten vereinbart sind.