Die Idee hinter der Kennzahl

Zinsänderungsrisiko wird oft in Prozentpunkten diskutiert („Was, wenn der Zins auf 5 % steigt?“). Das greift zu kurz, weil der Zins auf eine kleinere Restschuld trifft, wenn Sie bis dahin getilgt haben. Der Zinsrisiko-Faktor verrechnet beides: Zinsanstieg und Tilgungsfortschritt.

So lesen Sie den Wert

  • Faktor 1,0 – die Zinslast bei 5 % Anschlusszins entspricht genau der anfänglichen Zinslast Ihres Darlehens.
  • Faktor 0,6 – die Zinslast sinkt trotz Zinsanstieg auf 60 %, weil die Restschuld deutlich geringer ist.
  • Faktor 1,8 – die Zinslast steigt um 80 %. Das passiert, wenn Sie zu 1,5 % abgeschlossen und nur 1–2 % getilgt haben.

Was den Faktor senkt

  1. Höhere Tilgung – der wirksamste Hebel, weil sie die Restschuld direkt reduziert.
  2. Sondertilgungen – besonders in Jahren mit Steuerrückerstattung oder Mieterhöhung.
  3. Längere Zinsbindung – verschiebt den Zeitpunkt, an dem die Restschuld ohnehin kleiner ist.
  4. Höherer Abschlusszins – klingt paradox, aber wer heute zu 4 % finanziert, hat bei 5 % Anschlusszins kaum Sprung; wer zu 1 % finanziert hat, dagegen einen großen.

Die Restschuld nach Zinsbindung ist die Eingangsgröße – der Faktor die Bewertung.