Die eine Zahl, die alle anderen bestimmt

Fast jede Kennzahl in der Immobilienkalkulation hat die Anschaffungskosten im Nenner oder als Ausgangspunkt:

  • Eigenkapitalbedarf = Anschaffungskosten − Darlehen
  • Netto-Mietrendite = Netto-Mieteinnahmen ÷ Anschaffungskosten
  • AfA = Gebäudeanteil der Anschaffungskosten × AfA-Satz
  • Amortisationsdauer = wann der Kapitalertrag das eingesetzte Eigenkapital erreicht

Ein Fehler hier pflanzt sich in alle Ergebnisse fort. Deshalb lohnt es sich, die drei Bestandteile sauber zu ermitteln.

Die drei Bestandteile

BestandteilWoherTypischer Anteil
KaufpreisKaufvertrag (ohne Inventar, ohne Stellplatz separat prüfen)85–92 %
KaufnebenkostenGrunderwerbsteuer nach Bundesland, Notar/Grundbuch ~1,5–2 %, Makler 0–3,57 %8–13 %
Sanierung bei KaufKostenschätzung aus der Besichtigung, Angebote von Handwerkern0–30 % (Altbau)

Die dritte Position wird am häufigsten unterschätzt. Wie Sie sie belastbar schätzen, zeigen die Artikel Zustand einer Immobilie bewerten und Sanierungskosten in die Kalkulation einpreisen.

Anschaffungskosten und Beleihungswert

Die Bank finanziert nicht die Anschaffungskosten, sondern einen Anteil des Beleihungswerts – der liegt meist unter dem Kaufpreis. Die Differenz zwischen Anschaffungskosten und Darlehen ist Ihr Eigenkapitalbedarf: bei 10 % Nebenkosten und 90 % Beleihungsauslauf sind das rund 20 % der Anschaffungskosten, nicht 10 %.