Warum die Netto-Rendite die wichtigere Zahl ist

Die Brutto-Mietrendite ist ein Schnellfilter. Die Netto-Mietrendite ist die Zahl, mit der Sie ein Angebot objektiv mit anderen Anlageformen vergleichen können – denn sie berücksichtigt, was vom Mietertrag beim Eigentümer tatsächlich ankommt, und was die Immobilie inklusive aller Nebenkosten wirklich gekostet hat.

Welche Kosten abgezogen werden

PositionTypische HöheWoher die Zahl kommt
Nicht umlagefähige Verwaltungskosten25–40 € pro Wohnung und MonatHausgeldabrechnung / WEG-Wirtschaftsplan
Instandhaltungsrücklage8–15 € pro m² und Jahr (je nach Alter)Wirtschaftsplan der WEG + eigene Rücklage für Sondereigentum
Mietausfallwagnis2–4 % der JahreskaltmieteErfahrungswert; bei Einzelobjekten höher ansetzen
Nicht umlegbare BetriebskostenKontoführung, Bankgebühren, RechtsschutzEigene Aufstellung

Was nicht abgezogen wird: umlagefähige Nebenkosten (trägt der Mieter), Zins und Tilgung (Finanzierung), Steuern.

Anschaffungskosten statt Kaufpreis

Im Nenner stehen die vollständigen Anschaffungskosten: Kaufpreis plus Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler und Sanierungskosten bei Kauf. Das sind je nach Bundesland 8–13 % mehr als der Kaufpreis – ein Unterschied, der die Rendite um einen halben Prozentpunkt verschiebt.

Was ein guter Wert ist

Die entscheidende Vergleichsgröße ist Ihr Darlehenszins. Liegt die Netto-Rendite darüber, verdient jeder finanzierte Euro Geld; liegt sie darunter, subventionieren Sie die Bank mit Ihrem Eigenkapital. Bei Sollzinsen um 3,5–4 % sollte die Netto-Rendite deutlich darüber liegen, damit nach Tilgung noch Cashflow übrig bleibt.